„Das Haus“ – ein Wunderland

erschaffen von Louise Campbell
Einer der ungewöhnlichsten Anziehungspunkte auf der jährlichen imm cologne ist seit 2012 „Das Haus – Interiors on Stage“. Jedes Jahr inszeniert hier auf großer Fläche ein international bedeutender Designer seine Vision von Inneneinrichtung. Und das Schönste: Die Bühne ist begehbar, das Wohnerlebnis lässt sich anschauen und anfassen.

So auch 2014, wenn nach dem Team Doshi Levien und nach Luca Nichetto nun die britisch-dänische Designerin Louise Campbell. Zu ihren Kunden zählen bekannte Namen wie Louis Poulsen, HAY, Royal Copenhagen, Holmegaard – und auch das Dänische Ministerium für Kultur. In und für Köln hat sie ihr Bild vom Haus realisiert: über 200 Quadratmeter offener Raum in skandinavischem Design, umrahmt von hellem Holz und gestaltet „als großes Möbelstück, eine große Lagereinheit für Menschen“.

„Jeder ist eingeladen, reinzukommen und sich irgendwo fallen zu lassen,“ unterstreicht die Designerin aus Kopenhagen den Aufruf an die Besucher. Bekannt für schöne Lampen und Accessoires, filigrane Sessel und dekorative Interieurs, überrascht Louise Campbell ihre Fans in Köln mit einer anderen Seite ihrer Persönlichkeit. Fast alles wirkt riesig, das Lichtkonzept ist eigens für große Räume entworfen – und das Motto wirft zunächst Fragen auf. „0-100. (Made to measure.)“ lautet es, also ist das Maßnehmen der Designer das eigentliche Thema. Der Mensch, sagt Louise Campbell, müsse täglich Maß nehmen, Prioritäten abwägen, eine Balance zwischen Aktivität und Ruhe finden. Das soll sich im Haus widerspiegeln. In Louise Campbells Leben übrigens hat sich die immanente Unruhe in den 30 verschiedenen Häusern wiedergespiegelt, in denen sie lebte.

So entwickelte die Designerin für Köln eine Einrichtung in einem Haus, „in dem ich meinen Stimmungen nachgehen kann; in dem es sich genauso gut anfühlt, alleine zu sein, wie mit 40 Gästen. Ein Haus, das sich am Tag ganz anders anfühlt als in der Nacht.“ Räume und Möbel sind hier nicht auf ein einziges Nutzungskonzept festgelegt, alles ist variierbar: „Ich mag keine sterilen Räume“. Und so gibt es bei Louise Campbell „kein Schlafzimmer, keine Küche, ja noch nicht einmal ein richtiges Badezimmer, aber dafür gibt es viele flexible Räume, um den Horizont zu erweitern.

Wen wundert da noch, dass die Frau mit britischer Ausbildung und dänischer Lockerheit berichtet, eine ihrer wichtigsten Inspirationen sei „Alice im Wunderland“. Lassen Sie sich überraschen!

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