Conseta wird 50

Unfassbare 50 Jahre sind vergangen, nun stehen die Internationale Möbelmesse Köln und ein Kultmöbel aus Ostwestfalen vor etwas Ähnlichem wie einer Goldenen Hochzeit.

Tatsächlich, es war die Messe 1964, auf der die Möbelwelt erstmals einen Blick auf „Conseta“ werfen konnte. Ersonnen und durchgesetzt von Friedrich-Wilhelm Möller, tauchte das unendlich kombinierbare Sitzmöbel damals auf dem Stand von COR aus Rheda-Wiedenbrück auf.

Die Chronisten berichten von einem Start, dem die Bezeichnung Flop durchaus zukam: Friedrich-Wilhelm Möller war überzeugt von „dem additiven Element, das sich den ständig ändernden Ansprüchen der Menschen anpasst.“ Die Cor-Repräsentanten der Messe bauten „Conseta“ auf immer neue Weise zusammen, auseinander, wieder zusammen. Aber gerade vier Händler sollen damals zugegriffen haben – und zwei der Verträge seien noch während der Messe wieder storniert worden, heißt es heute.

DURCHGEHALTEN
Aber Friedrich-Wilhelm Möller und Cor blieben auf Kurs: Der gelernte Tischler, studierte Innenarchitekt und erfolgreiche Handelsvertreter setzte weiter auf seine Entwicklung. Und auf sein Rezept, das er so beschrieb: „Ich will schnelle Pferde schneller machen“.
Das Prinzip des „con sedere“ (lat.: zusammensitzen) setzte sich nach zwei Jahren mit weicher gefüllten Polstern und verbreiterten Armlehnen im Markt durch. Und seither gilt das „Chamäleon unter den Sofas“ als Star in den Wohnräumen der Welt.
Selbst Plagiate adeln die Ursprungsidee. Friedrich-Wilhelm Möller behielt also doch Recht. „Es ist eine Uridee zum Sitzen auf Sofas, an der 30 Jahre immer wieder weiter gedacht, entfernt, genähert wurde“, bilanzierte Möller 1994 in einem Brief an COR-Chef Helmut Lübke.

WELT UMRUNDET
Heute findet sich „Conseta“ rund um die Erde – in Auckland (Neuseeland) ebenso wie in Anchorage (Alaska), Kapstadt (Südafrika). Und natürlich nun auch wieder auf der imm Cologne 2014. Insgesamt 800.000 Elemente der Erfolgsmarke sind laut Cor derzeit im Umlauf – „eine der erfolgreichsten Symbiosen der jüngeren Möbelgeschichte“ nennen es die Sitzmöbelexperten aus Rheda-Wiedenbrück.

WIEDER VARIIERT
Im Jubiläumsjahr taucht der Bestseller natürlich auch wieder mit neuen Varianten auf der Kölner Möbelmesse auf. Ein Einzelelement, das als Hocker oder Sessel, auch als Eckteil nutzbar ist, kommt hinzu und schafft neue Variationsmöglichkeiten. Und auch ein Schlafsofa ist neu im Angebot, ebenso zierliche Kufen aus Metall oder Holz, die dem Möbelstück den Eindruck neuer Leichtigkeit verleihen.

AUF TOUR
Eine formelle „Goldhochzeit“ oder eine offizielle Geburtstagsparty in Köln wird es allerdings nicht geben. Conseta wird aber 2014 und 2015 in einer Roadshow bei verschiedenen Fachhändlern in Deutschland auf 200 qm Fläche präsentiert. „Neu seit 1964“ ist der Slogan der Show. Zu sehen sind dabei elf Modellvariationen, dazu 430 Stoffangebote und 113Lederausstattungen. Die Standzeit wird immer zwischen sechs bis acht Wochen dauern.
Die Termine finden Interessierte auf der COR-Seite im internet.

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