Pierre Chapo

The French Woodworker

Der französische Entwerfer und Kunsttischler Pierre Chapo gilt unter Designexperten immer wieder als Geheimtipp. Seine Arbeiten aus den 1960er und 70er Jahren erzielen bei internationalen Designauktionen heute regelmäßig fünfstellige Preise.

Zusammen mit seinem Sohn Fidel Chapo präsentiert nun Markanto in Deutschland exklusiv seine Entwürfe, die in aufwendiger Handarbeit und mit viel Liebe zum Detail noch immer in Chapos Atelier in Südfrankreich produziert werden.

Geboren 1927 in Paris, studierte Pierre Chapo Architektur an der École des Beaux-Arts. Mitte der 1950er Jahre erfolgten mehrere Reisen nach Amerika, wobei er auch Taliesin West, das berühmte Atelier und Wohnhaus von Frank Lloyd Wright, besuchte. Diese Reisen hatten nachhaltig einen großen Einfluss auf sein späteres Werk. Bereits 1960 erhielt Pierre Chapo die Gold-Medaille der Stadt Paris bei einer Ausstellung von Kunst und Kunsthandwerk.

Ende der 1950er Jahre startete Pierre Chapo mit seinen eigenen Entwürfen, wobei er sich gemeinsam mit seiner Frau, der Malerin und Bildhauerin Nicole Lormier, auch um die Vermarktung der Möbel kümmerte. Der Vertrieb erfolgte zuerst exklusiv über die 1958 gegründete „Galerie Chapo” in Paris. Dieses Geschäft, in dem auch Isamu Noguchi Leuchten oder Möbel von Knoll International angeboten wurden, war eines der ersten Einrichtungsgeschäfte für hochwertiges Design in Frankreich überhaupt. Ähnlich wie die heutzutage recht bekannte „Galerie Steph Simon”, die das Werk von Jean Prouvé und Charlotte Perriand betreute, wirkte die „Galerie Chapo” als persönlicher Vertrieb der Chapo-Entwürfe. Die Herstellung der Möbel erfolgte dabei bis 1967 in Clamart bei Paris. 1968 zog es die Familie Chapo nach Südfrankreich, wo dann in Gordes bei Avignon das heute noch bestehende Atelier „Chapo Gordes SA“ gegründet wurde.

Geprägt durch die Moderne schuf Pierre Chapo bis in die 1980er Jahre zeitlose Möbel, die durch ihre Formgebung und ihre Langlebigkeit überzeugen. Betrachtet man das verwendete Material, fällt seine Vorliebe für das Laubholz der Ulme und der Eiche auf. Bei seinen Arbeiten ist die Holzoberfläche mit ihrer natürlichen Struktur gleichzeitig ein Element der Gestaltung. Als Entwerfer und Kunsttischler zelebrierte Chapo die Schönheit und Einzigartigkeit des Holzes, gleichzeitig wollte er dabei den Respekt vor der Natur vermitteln. Dabei nutzte Chapo die Eigenschaften des Materials und versuchte möglichst ohne Metallverbindungen auszukommen, indem er meist durchdachte Zapfenverbindungen für die Konstruktion der Objekte verwendete.

Zurück