Neuer Architekten-Präsident:
Demografischen Wandel gestalten

Ernst Uhing aus Lüdenscheid folgt auf Hartmut Miksch aus Düsseldorf
„NRW lebt“ – das ist das Motto einer Aktionsplattform, mit der die Architektenkammer NRW und ihre 30.000 Mitglieder künftig eine breite Debatte über die baulichen Konsequenzen der demografischen Entwicklung in diesem Land anstoßen wollen.

Das kündigte Ernst Uhing in einem ersten Kommentar auf der Internetseite der Kammer an. Uhing wurde am 9. November auf der Vertreterversammlung in Düsseldorf zum neuen Präsidenten der Architektenkammer gewählt.

Der 57 Jahre alte Architekt aus Lüdenscheid wurde damit Nachfolger von Hartmut Miksch (63), der sein Amt nach zwölf Jahren zur Verfügung gestellt hatte. Nachfolger Uhing würdigte die Verdienste seines Vorgängers mit diesen Worten: „Die Tatsache, dass unsere Kammer in Politik und Verwaltung, in Wirtschaft, Kultur und Medien große Anerkennung genießt, ist das Ergebnis seiner unermüdlichen Arbeit.“ Neuer Vizepräsident wurde am gleichen Tag der Architekt Klaus Brüggenholte (61) aus Lippstadt. Erstmals in den Vorstand gewählt wurden Architekt Klaus Klein (53) aus Tönisvorst und Architekt und Stadtplaner Eric-Michael Wollesen (66) aus Lippstadt.

Mit der Aktion „NRW lebt“ wollen Präsident Uhing und seine Mitstreiter ein Kernthema der kommenden Jahre besetzen: Die Alterung unserer Gesellschaft macht es dringend notwendig, mehr bestehende Wohnungen und Häuser barrierearm umzubauen. Auch muss die Frage beantwortet werden, wie in den Wachstumsstädten am Rhein und in den Universitätsstädten die Wohnraumversorgung auch für untere und mittlere Einkommensgruppen gewährleistet werden kann – während in vielen Ruhrgebietsstädten und im ländlichen Raum Nordrhein-Westfalens darüber diskutiert wird, wie man auf den Bevölkerungsrückgang baulich so reagieren kann, dass Stadtteile und Regionen zukunftsfähig aufgestellt werden und Infrastrukturen nicht verloren gehen.

Diese und weitere Fragen sollen nicht nur im Expertenkreis, sondern auch mit vielen Bürgerinnen und Bürgern besprochen werden – mit Hauseigentümern und Mietern, Vertretern verschiedener Generationen, Alteingesessenen und Migranten, Baugruppen und Sanierern.

Ernst Uhing ist seit 2001 Mitglied im Vorstand der Architektenkammer, seit 2010 auch im Vorstand der Bundesarchitektenkammer. Zudem wirkt er als geschäftsführender Vorstand des Landesverbandes NRW im Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure. Für seinen umfassenden ehrenamtlichen Einsatz wurde Uhing 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Der neue Präsident der Architektenkammer NRW hat seinen Berufsweg mit der Ausbildung zum Bauzeichner und dem Fachabitur begonnen. Das Studium beendete er 1982 mit dem Abschluss zum Diplom-Ingenieur. Bis 2000 arbeitete Uhing als angestellter Architekt sowohl in der freien Wirtschaft als auch im Öffentlichen Dienst. Seither ist er Technischer Geschäftsführer der Hagener Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft – ein Praktiker von der Basis also.

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