Kompetenz am Bau
trifft sich in Essen

Mit der DEUBAUKOM startet die traditionelle Baumesse des Westens in eine neue Zeit, die veränderte Anforderungen stellt.

Neuer Name, neues Konzept, neues Gesicht

Die traditionsreichste Baufachmesse im Westen Deutschlands geht vom 15. bis 18. Januar 2014 gestärkt und mit Zuversicht an den Start. In der Messe Essen informieren bei der „DEUBAUKOM“ mehr als 540 Aussteller über neue Trends und neue Möglichkeiten eines Wirtschaftszweiges, der mit der Bauwirtschaft aus den besten Tagen der alten Messe „Deubau“ kaum noch vergleichbar ist.

Damals war Boom, die Republik hatte alle Ampeln auf Wachstum gestellt. Heute präsentiert sich der Markt ebenso gespreizt wie die sozialen Verhältnisse. Veränderte Finanzierungsbedingungen, neue Technologien, der Wandel in der Bevölkerungsentwicklung und der immer stärkere Zwang zu klimagerechten Lösungen gehören zu den Rahmenbedingungen, mit denen sich Architekten und Ingenieure ebenso beschäftigen wie Bauunternehmer, Bauhandwerker oder Bauherren.

Unter den Bedingungen einer neuen Regierungskoalition, die sich auch eigene neue Ziele beim Bauen vorgenommen hat, gewinnt die Essener Messe Anfang 2014 besondere zusätzliche Aktualität. Es soll, heißt es, wieder mehr in geförderten Stadt-Wohnungsbau investiert werden, und der teils maroden Infrastruktur gilt neue politische Aufmerksamkeit. Da warten alle auf die Worte des Bundesbauministers, der Schirmherr dieser Messe ist. Zeitgemäß ist auch die neue Struktur der „DEUBAUKOM“. Sie gliedert sich in vier „Kompetenzsäulen“. Dabei handelt es sich um folgende Themen: „Architektur und Ingenieurkunst“, „Wohnungswirtschaft“, „Baugewerbe“ und „Industriebau“. Die jeweiligen Fachverbände sind mit eigenen Informationszentren erreichbar.

Premiere feiert dabei der Bereich Industriebau, der erstmals auf der Essener Baufachmesse in breiter Front informiert – und dazu gehört der erste Industriebaukongress am 16. Januar. Ebenfalls erstmalig gehört ein Symposium der wohnungswirtschaftlichen Arbeitsgemeinschaft KOOP zum Programm. Besondere Beachtung wird der Internationale Architektur-Kongress am 15.Januar finden, wo rund 1000 Architekten und Ingeniere sich über „Neues Bauen mit Stahl“ und die dabei möglichen flexiblen Lösungen informieren. International renommierte Architekten stellen dort innovative Lösungen mit teils aufregender Formgebung vor – der Kongress gilt schon im Vorfeld als eine der bedeutendsten Architekturveranstaltungen in Europa. Veranstalter sind die Architektenkammer NRW und das Stahl-Informationszentrum in Düsseldorf. Die Fachtagung „Holzbau“ am 17.Januar beleuchtet ein weiteres, auch aus Umweltgründen wichtiges Spezialgebiet des Bauens.

Das Messespektrum wird dabei noch erweitert durch drei eigenständige zusätzliche Themenschwerpunkte. DCONes (Halle10) widmet sich dabei dem Trendthema Schadstoff-Management beim Umgang mit kontaminierten Flächen. Der Bereich „Leben und Komfort“ (Halle 5) vereint Architektur und Wohnungs­wirtschaft, kommunale Fachleute und Experten aus der Industrie, der Sozial-, Pflege- und Gesundheitswirtschaft. Hier geht es um alle Aspekte der Gestaltung des Lebens für die Phase nach dem 65. Lebensjahr. InfraTech (Hallen 11 und 12) schließlich heißt die Messe zum Thema Infrastruktur: Hier treffen sich Tiefbaufachleute, Straßenbauer, Wasserbauer, Verkehrs- und Mobilitätsexperten. Die Messe ist an den Arbeitstagen von neun bis 18 Uhr und am Samstag von neun bis 16 Uhr geöffnet.

Wohnen in NRW – es bleibt eng
Die Wohnungswirtschaft ist eines der vier Kompetenzfelder auf der neu konzipierten Messe DEUBAUKOM in Essen. Etwa jede vierte NRW-Wohnung gehört zum Bestand der Wohnungsunternehmen, kein anderes Flächenland weist einen ähnlich hohen Anteil dieser Branche auf. Es geht um drei Themen vor allem: Die Folgen der Bevölkerungsentwicklung: Die Bewohner der 8,8 Millionen Wohnungen in NRW werden deutlich älter, die Zahl der Single-Haushalte steigt, die kulturelle und soziale Mischung der Quartiere wird „bunter“ und differenzierter. Aber bisher werden jedes Jahr nur maximal drei Prozent der Wohnungen barrierefrei oder barrierearm umgebaut.

Die Herausforderungen des Klimawandels: Derzeit wird nur knapp ein Prozent der bestehenden Wohnungen pro Jahr technisch aufgerüstet, um Energieverbrauch und CO2-Ausstoß zu reduzieren.
Das Bautempo: Zwar stieg bis September 2013 in NRW die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen um 17,5 Prozent. Die LBS rechnet hoch und kommt auf etwa 39.000 neue Wohnungen fürs gesamte Jahr. „Gerade einmal 0,5 Prozent, bezogen auf den gesamten Wohnungsbestand“. Zu wenig, sagt die LBS.

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